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Wegbeschreibung

Was sich heute Friedensplatz nennt, hieß damals noch Viehmarkt, wo Johann Bachem am 27. April 1872 im Haus Nr. 2b ein Klempnerei- u. Installationsgeschäft für Gas- und Wasserleitungen, Badeeinrichtungen, Vermietung von Badewannen, Zinkbedachungen, Rinnen und dergleichen gründete. Ferner betrieb er dort einen Handel mit Haushalts- und Küchengeräten, Lampen, Tabak und Zigaretten. Später stellte er seine Geschäftsstrategie um und verkaufte nunmehr auch Nähmaschinen der Marken „Gritzinger“ und „Phönix“.

1886 knüpfte Johann Bachem Kontakte zu Adam Opel in Rüsselheim und schloss mit ihm einen Vertrag über den Vertrieb von Opel-Erzeugnissen, insbesondere Nähmaschinen und Velozipedes. Der Firmensitz wurde vom Viehmarkt in die Coblenzerstraße 6a, der heutigen Adenauerallee, verlegt. Im neu gebauten „Velodrom“ traf sich fortan die feine Gesellschaft, um die hohe Kunst des Radfahrens zu erlernen.

Dem Drängen seines Sohnes Jacob nachgebend, entschloss sich Johann Bachem zum Erwerb eines der ersten Automobile, ein Benz Velo-Comfortable Modell 1898. Das Gefährt wurde zum Gesprächsstoff der Stadt, war es doch das erste Automobil in Bonn. Im gleichen Jahr wurde die Firma Bachem Großhändler für den Vertrieb von Opel-Automobilen in Deutschland.

Im Februar 1906 ließ Jacob Bachem im „Velodrom“ eine Zwischendecke einziehen. Nun wurden unten die Fahrzeuge repariert und oben Zweirad gefahren. Die Entwicklung der Firma Bachem in Richtung Automobile war nicht mehr aufzuhalten.

Die Nachkommen Johann Bachems steuerten den Betrieb durch die Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre, den Verkauf von Opel an General Motors, die komplette Zerstörung im zweiten Weltkrieg, die Wirrungen der Währungsreform und alle Herausforderungen bis zum heutigen Tage stets als Familienbetrieb.

Heute ist Opel Bachem der älteste Kfz-Betrieb in Bonn und das älteste Opelhaus der Welt.